Prinzipien der Erhöhung

 

In LuB 50:29 lesen wir diese bemerkenswerte Aussage über das Gebet: "Und wenn ihr rein gemacht und von aller Sünde gesäubert seid, mögt ihr im Namen Jesu erbitten, was auch immer ihr wollt, und es wird geschehen."

 

F: Eine wunderbare Verheißung, aber wann ist ein Mensch jemals rein und von allen Sünden gesäubert?

 

A: Wenn er/sie eine Vergebung der Sünden erhalten hat.

 

F: Da die Gedanken und Wege des Herrn nach Jesaja so viel höher sind als unsere, sündigen wir nicht täglich? (Jes 55: 8-9)

 

A: Ja.

 

F: Also, außer bei der Taufe, wann oder wie sonst erhält ein Mensch Vergebung seiner Sünden?

 

A: Wenn wir effektiv, "ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist" dargebracht und erlebt haben    (Psalter 34:18; 3 Ne 9:19-22).

 

F: Was genau ist ein reuiges Herz und ein zerknirschter Geist?

 

A: Es ist ein geistliches Weinen unserer Sünden wegen, während eines aufrichtigen Gebets. Es ist sowohl ein Opfer unsererseits als auch ein Geschenk des Geistes des Herrn. Es wird von einer spirituellen Reinigung, einer Befreiung der Lasten und Vergebung der Sünden begleitet.

 

F: Wie oft sollte ein Mensch ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darbringen?

 

A: Da wir täglich sündigen, müssen wir täglich umkehren. Nach den Schriften sollen wir das Notwendige tun, um eine Vergebung der Sünden "von Tag zu Tag" durch demütiges Gebet, ein reuiges Herz und zerknirschten Geist, und Dienst zu erlangen (Mosia 4:26).

 

F: Bezieht sich das auf das, was der Erlöser meint, wenn er sagt, "Darum möchte ich, dass ihr vollkommen seiet..."? (Matt 5:48, 3 Ne 12:48)

 

A: Ja.

 

F: Können wir wirklich vollkommen sein?

 

A: Ja. Wenn wir eine Vergebung der Sünden erhalten, sind wir zu diesem Zeitpunkt gereinigt und vollkommen. Und wir können jeden Tag, an dem wir eine Vergebung der Sünden erhalten oder behalten, vollkommen sein.

 

F: Ist das alles, was der Erlöser meint, wenn Er uns anweist, vollkommen zu sein?

 

A: Nein. Es wird von uns erwartet, dass wir ständig Vergebung von Sünden erhalten und behalten, bis wir "keine Neigung mehr haben, Böses zu tun," (Mosia 5:2) was auch bedeutet, bis wir "in die Ruhe des Herrn eingehen könnten,” so daß Satan keine Macht mehr über uns hat (Moroni 7:3; Alma 13:16; Heb 4:1-11). 1)

 

F: Ist das realistisch?                                                                                                                      

 

A: Ja. Laut Joseph Smith war es Gottes Absicht, uns wie sich selbst zu machen - um in uns die Eigenschaften der Göttlichkeit aufzubauen. Anders zu sagen oder zu denken bedeutet, den Zweck und die Existenz Gottes zu leugnen (PGP, Mose 1:39). 2)

 

F: Aber sicherlich das soll doch erst lange nach dem Tod erreicht werden?

 

A: Das Erreichen von Gottheit braucht zweifellos Zeit. Aber wir sollen zu Christus kommen, in Ihm geheiligt werden und die Verheißung des ewigen Lebens in diesem Leben empfangen nicht in ferner Zeit irgendwo auf der anderen Seite des Schleiers. Der Herr sagt: "Aber wenn ihr mich in der Welt empfängt, dann werdet ihr mich erkennen und werdet eure Erhöhung empfangen, damit, wo ich bin, auch ihr sein werdet." (LuB 132:23

 

F: Wirklich? Haben wir eine klare Anweisung in dieser Angelegenheit?

 

A: Ja. Gott hat uns eine Reihe von konkreten Schritten gegeben, durch die wir das ewige Leben, das Leben Gottes, erlangen können. Und wenn wir diesen Schritten ausdrücklich folgen, hält Er sich selbst dafür verantwortlich, in uns das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Und dies zu leugnen bedeutet, die Macht Gottes zu leugnen und Gottes Absicht für diese Schöpfung zu vereiteln (Moro 10,32-33).

 

F: OK, was sind die Schritte?

 

A: Beginne mit den ersten Grundsaetzen und Verordnungen des Evangeliums (Glaube, Umkehr, Taufe, Feuertaufe, Gehorsam). Diese Schritte werden ständig wiederholt: Glaube, Umkehr, Feuertaufe, und Gehorsam, etc. Eine große Menge an Demut und Veränderungsbereitschaft ist eine Voraussetzung.

 

F: Ist das alles?

 

A: Nicht ganz. Ein täglicher Gang durch das Leben, der unsere Sünden bereut, anderen dient und lernen, den Willen des Herrn in allen Dingen zu tun, ist erforderlich. Die Objekte der vorsterblichen, sterblichen und poststerblichen Welt sind alle gleich - zu lernen, wie man dienender Knecht ist und, wie die weisen Jungfrauen, den Heiligen Geist für unseren Führer nimmt (LuB 45:57).

 

F: Gibt es noch etwas Wichtiges zu wissen?

 

A: Ja, es ist ein Verständnis für die kritische Wichtigkeit des reuigen Herzens und des zerknirschten Geistes. Dies ist das Opfer, welches das tägliche Tempelopfer des Alten Testaments ersetzt hat.  In dieser Dispensation ist es der Schlüssel zur persönlichen Offenbarung, Heiligung und celestialen Herrlichkeit. Es ist so wichtig, dass gemäß Nephi "die Enden des Gesetzes auf keine andere Weise beantwortet werden können" (2 Ne 2:7; 3 Ne 9:19-22). Es ist der Schlüssel der uns den Herrn erkennen läßt und mit welchen er uns kennt.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Reuigen Herzen und zerknirschten Geist

 

  1. Diese Lehren des Erlösers müssen uns die Natur der Errettung klar zeigen. Was er der Familie der Menschheit vorschlug, als er vorschlug sie zu erretten, schlug er vor, sie sich selbst gleich zu machen.Er war wie der Vater, der große Prototyp aller geretteten Wesen:Jeder Teil der menschlichen Familie, der sich in ihr Abbild integriert, soll gerettet werden.Anders sein heißt zerstört werden; an diesem Scharnier dreht sich die Tür der Erlösung.

  2. In Mosia 13 belehrt Alma die scheinbar unwahrscheinlichen Kandidaten eines abtrünnigen Volkes in der Stadt Ammonihah ueber die “Berufung und Erwaehlung” (2 Pet 1:10). Er fasst dies in der Phraseologie des "in die Ruhe des Herrn eingehen" zusammen (siehe auch Hebräer 4:1-11, die "Ruhe" des Herrn bedeutet Ruhe von den Versuchungen Satans). Ein sorgfaeltiges lesen dieses Kapitels lässt keinen Zweifel daran, dass Alma anbietet, ein ungehorsames Volk in die volle Errettung zu führen, wenn sie es zulassen. Damit es keine Frage in dieser Angelegenheit gibt, bringt Alma ihnen das Beispiel Melchisedeks vor Augen. "Sein Volk hatte stark zugenommen an Uebeltun und Graeuel. Sie waren alle irregegangen und voll von allen Schlechtigkeiten.” (Alma 13:17) Das bedeutet, dass er bereit war, für das abtrünnige Volk der Stadt Ammoniha in einer ähnlichen Rolle zu dienen, wie Melchisedek es für sein Volk tat - nämlich für sie ein Fuersprecher zu sein. Wir wissen aus der JST-Übersetzung von Genesis, dass Melchisedeks Volk umkehrte und auf wundersame Weise "den Himmel erlangten", genau wie die Bewohner der Stadt Henoch vor ihnen (siehe JST, Gen 14:25-40). Dieser Bericht wäre auch auf den Platten aus Messing zu finden gewesen, so dass zumindest einige der Menschen, zu denen Alma sprach, verstanden hätten, was er ihnen anbot. Das Ergebnis dieses Szenarios war, und ist, lehrreich.Was als nächstes in diesem Bericht geschah, war, dass etwa die Hälfte der Menschen umkehrten, und die andere Hälfte nach ihrem Blut dürstete.